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Bundesverdienstkreuz für Dr.-Ing. Kira Stein
Auszeichnung für Vorstandsmitglied des deutschen ingenieurinnenbundes
Der deutsche ingenieurinnenbund gibt mit großer Freude bekannt, dass Bundespräsident Horst Köhler dem langjährigen Vorstandsmitglied des deutschen ingenieurinnenbundes, Dr.-Ing. Kira Stein, am 5. Oktober 2009 das Bundesverdienstkreuz verleihen wird. Im Namen der Mitglieder des deutschen ingenieurinnenbundes gratulieren wir Kira Stein zu dieser hohen Auszeichnung sehr herzlich.
Kira Stein erhält diese Auszeichnung, da sie "durch ihr beispielgebendes Wirken das Bild der Frau im technischen Beruf nachhaltig positiv geprägt" hat. Damit wird das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der Unternehmerin für Frauen in technischen Berufen gewürdigt.
Die Liste von Beispielaktivitäten zeigt die breite Palette des Engagements der promovierten Maschinenbau-Ingenieurin: Berufsberatung, Auftreten als Role-Model, Forschung und Vorträge zu Frau und Technik sowie zu Berufschancen im technischen Beruf, Öffentlichkeitsarbeit in Rundfunk, Fernsehen und Printmedien, Beteiligung an Podiumsdiskussionen, wissenschaftliche Veröffentlichungen, Gutachten und Stellungnahmen, Messen, Festvorträge und Ausstellungen.
Das "Netzwerken" liegt Kira Stein besonders am Herzen. So engagiert sie sich seit mehr als 30 Jahren an den Kongressen von Frauen in Naturwissenschaft und Technik und ist seit 1987 als Mitglied des deutschen ingenieurinnenbundes aktiv. Sie beteiligte sich als Vertreterin des dib beim Gemeinschaftsstand “Frau + Technik“, der von 1988 bis 1990 von mehreren Frauennetzwerken gemeinsam auf der Hannover Messe angeboten wurde. Das heute von allen Seiten betriebene intensive Werben von Frauen für den Ingenieurberuf war damals Neuland. Aus dem Gemeinschaftsstand entwickelten sich regelmäßige Netzwerktreffen der Ingenieurinnenverbände in den 1990er Jahren, an denen Kira Stein regelmäßig teilnahm. 2004 initiierte sie das neue Aufleben dieses Netzwerkes mit.
Seit dem Jahr 2000 ist Kira Stein im Vorstand des deutschen ingenieurinnenbundes und hat in dieser Zeit das Profil des Vereins nachhaltig geprägt. Seit 2000 vertritt sie unseren Verband im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit und im Landesfrauenrat Hessen. Sie war die Delegierte des deutschen ingenieurinnenbundes in die AG High-Tech des Deutschen Frauenrats und hat in dieser Funktion die Resolution "Ohne Frauen fehlt der Technik 'was" maßgeblich mitverfasst, die bei der Mitgliederversammlung 2008 vom Deutschen Frauenrat verabschiedet wurde. Bei dieser Mitgliederversammlung wurde Kira Stein zudem in den Vorstand des Deutschen Frauenrats gewählt. Sie vertritt den Deutschen Frauenrat u. a. auch im nationalen Pakt "Komm, mach MINT" für Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Kira Stein promovierte 1983 als erste Maschinenbauingenieurin im Fachbereich Maschinenbau an der TU Darmstadt. Sie arbeitete viele Jahre in leitender Position in mittelständischen Familienbetrieben auf dem Gebiet Entwicklung, Marketing, Produkt- und Qualitätsmanagement sowie als Lehrbeauftragte an Hochschulen. Seit 2000 ist Kira Stein selbständig tätig.
Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann / Steffen Kugler
Weitergehende Informationen:
- Ordensverleihungen zum Tag der Deutschen Einheit auf der Homepage des Bundespräsidenten Horst Köhler
- Dr.-Ing. Kira Stein
- Deutscher Frauenrat
- Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit
- Landesfrauenrat Hessen
- Komm, Mach MINT – Nationaler Pakt für mehr Frauen in MINT-Berufen
- 20 Jahre Gemeinschaftsstand "Frau + Technik" auf der Hannover Messe
- Verein von Frauen in Naturwissenschaft und Technik NUT e.V.
- Frauen in der Technik FIT e.V.
- Vereinigung von Freunden der Technischen Universität zu Darmstadt e.V.
Pressemitteilung vom 04.10.2009
Verantwortlich: Petra Mayerhofer, Vorstand
Krippenplatzdiskussion in Deutschland - Der deutsche ingenieurinnenbund stellt sich voll hinter Ursula von der Leyens Krippenplan
"Familien- und kinderfreundliche Bedingungen sind nur dann geschaffen, wenn Frauen und Männer die Chance haben, ihre Lebensvorstellungen mit ihren Talenten, den beruflichen Möglichkeiten und den ökonomischen Notwendigkeiten einer Familie in Einklang zu bringen." Mit dieser Feststellung möchte der deutsche ingenieurinnenbund (dib e.v., 350 Mitglieder), ausdrücklich den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen unterstützen, die Zahl der Krippenplätze bis 2013 zu verdreifachen. Der dib begrüßt zudem die gleichzeitig von Frau von der Leyen angekündigte Qualitätsoffensive, d.h. flexible Öffnungszeiten, bessere Ausbildung der Erzieherinnen und enge Anbindung der Kindertagesstätten an die Elternhäuser.
Ingenieurinnen wissen besonders gut, wie schwer vereinbar der Wunsch nach Kindern und die Freude an beruflicher Entfaltung heute noch sind: In nahezu allen Bereichen zeigt sich, dass der berufliche Zug abgefahren ist, wenn Frauen oder Männer mehr als drei Jahre pausieren. Das gilt in verstärktem Maße für hoch qualifizierte Berufe und noch einmal verstärkt für Frauen, deren Zugang zu technischen Berufen nach wie vor mit besonderer Qualifikation erkämpft werden muss. Wüssten Eltern ihre Kinder während kürzerer oder längerer Phasen des beruflichen Engagements gut betreut, fielen etliche Konflikte weg. Insbesondere die vielen Familien, die auf zwei Einkommen angewiesen sind, werden derzeit mit der Kinderbetreuungsfrage fast gänzlich allein gelassen. Ebenso vernachlässigt werden Eltern, die darauf Wert legen, dass das Familieneinkommen auf zwei stabilen Säulen ruht.
Hervorheben möchten wir auch, dass das konservative Familienmodell der Ein-Verdiener-Ehe nur noch von einer Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland gelebt wird:
Nachweislich ist dieses Modell kein Garant und schon gar nicht der einzige Weg für glückliche und erfolgreiche Kinder, wie sich in den nordeuropäischen Ländern zeigt. Studien belegen, dass Kinder in guten Krippen keinen Schaden nehmen. Im Gegenteil: Stabile Familienbande, Fremdbetreuung und berufstätige Mütter passen gut zusammen. Zudem hat die Einverdiener-Ehe häufig negative Folgen, insbesondere für den nicht verdienenden Partner, in den allermeisten Fällen sind das die Frauen: Es ist für sie kaum möglich, sich eine eigenständige und ausreichende Altersversorgung und Zukunftssicherung aufzubauen. Zudem verschieben sich innerfamiliäre Machtverhältnisse, und nur allzu oft entfremden sich die Ehepartner bis hin zur Scheidung.
Der deutsche ingenieurinnenbund fordert deswegen schon seit seiner Gründung 1986 eine echte Wahlfreiheit für Familien mit Kindern durch:
- Bereitstellung von ausreichenden Mitteln für flächendeckende Ganztags-Kinderbetreuung in allen Altersstufen.
- Geschützte Teilzeitarbeit für Eltern.
- Abschaffung des Ehegattensplittings.
- Kopplung der Steuerersparnis an Kinder unabhängig vom Familienstand.
- Eigenständige Alterssicherung für Ehepartner.
Wir fordern daher von den Politikern, den Realitäten endlich Rechnung zu tragen. Nur wenn Eltern ihre eigenen Fähigkeiten entfalten und vervollkommnen können, können sie ausgeglichen und fürsorglich für ihre Kinder da sein und die ökonomische Zukunft der Familie sichern.
Pressemitteilung vom 08.03.2007
Verantwortlich: Anke Leicht, Öffentlichkeitsarbeit



